Kann ich sein, wer ich bin?
Geschlechtsinkongruenz und Geschlechtsdysphorie
Unter diesem Thema fand in diesem Jahr vom 31.05. - 02.06.2023 die XII. Fachtagung der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, - psychotherapie und –psychosomatik des Ökumenischen Hainich Klinikums in Mühlhausen/ Thüringen statt.
          Klinik

Geschlechtsinkongruenz und Geschlechtsdysphorie sind Begriffe, die verwendet werden, um den Zustand zu beschreiben, wenn eine Person das Gefühl hat, dass ihr zugewiesenes Geschlecht bei der Geburt nicht mit ihrer eigenen Geschlechtsidentität übereinstimmt. Dies kann bei Jugendlichen auftreten, die sich in der Phase der Geschlechtsentwicklung befinden.
In der Jugendhilfe ist das Thema Geschlechtsdysphorie angekommen und sollte sensibel und respektvoll behandelt werden. Es ist wichtig, dass Fachkräfte in der Jugendhilfe über das Thema informiert sind und eine unterstützende Umgebung schaffen, in der Jugendliche offen über ihre Gefühle sprechen können.
In den unterschiedlichen Fachgesprächen unserer Einrichtung haben unsere Pädagogen sich dafür ausgesprochen, dass Fachkräfte in der Jugendhilfe sich mit dem Thema Geschlechtsdysphorie vertraut machen müssen und über die verschiedenen Aspekte der Geschlechtsidentität informiert sein müssen. Dies umfasst die Kenntnis der verschiedenen Geschlechtsidentitäten, mögliche psychische Belastungen und die Auswirkungen auf das Wohlbefinden von Jugendlichen. Jugendliche mit Geschlechtsdysphorie müssen in der Jugendhilfe akzeptiert und respektiert werden. Das bedeutet, ihre selbstempfundene Geschlechtsidentität anzuerkennen und ihre individuellen Bedürfnisse zu unterstützen. Respektvolle Pronomenverwendung und die Verwendung des gewünschten Namens waren in unserer Fachdiskussionen wichtige Aspekte der Anerkennung.
Das wichtigste Anliegen unserer Pädagogen war jedoch, dass die Jugendhilfe eine inklusive Umgebung schaffen muss, in der Jugendliche mit Geschlechtsdysphorie frei von Diskriminierung, Mobbing oder Belästigung leben können. Alle Pädagogen waren sich einig, dass dieses Vorhaben Schulungen für das Fachpersonal bedeutet, Richtlinien gegen Diskriminierung und die Förderung von Sensibilisierungsmaßnahmen für andere Jugendliche und ihre Familien aufstellen muss und sich respektvoll mit dem Thema auseinandersetzten muss.
Den ersten Schritt haben 11 Pädagogen mit der Fachtagung in Mühlhausen gemacht. Allen Beteiligten wünschen wir viel Mut, Energie und Ausdauer unsere Kinder und Jugendlichen weiterhin auf diesem Weg zu begleiten.